12.11.2018 -
Aktuelles

Vereinsgespräch





Informationen:

Vierzig Vereinsvertreter nutzten die Gelegenheit, sich beim Vereinsgespräch am 9. November 2018 über wichtige und aktuelle Themen mit dem SLB-Präsidium auszutauschen. Den größten Teil des Abends nahm die LSVS-Krise mit ihren Auswirkungen auf die saarländische Leichtathletik in Anspruch. SLB-Präsident Lothar Altmeyer listete einige konkrete Folgen für die Leichtathleten auf:

- In der LA-Halle gibt es keine Hausmeister mehr.
- Die Parkplätze werden bewirtschaftet, nach der derzeitigen Regelung noch ohne große Auswirkungen auf das Training. Sonderregelungen gelten für bestimmte Gruppen von Betroffenen.
- Es werden Nutzungsgebühren für Einrichtungen der Sportschule erhoben, allerdings existieren noch keine genauen Informationen.
- Die Frage des großen Bankenkredits  (ca. 15 Mio. €) ist noch nicht entschieden, es sei angesichts der schwierigen Situation des LSVS zu hoffen, dass nach einer Genehmigung durch die Bank möglichst bald wieder Normalität eintrete.

Stephan Brust (Vizepräsident Marketing und Finanzen) präzisierte, dass die Zuweisung aus dem Sportachtel an den SLB von 152.000 € im Jahr 2017 auf 130.700 € reduziert worden sei.

Die Stellvertretende Präsidentin Monika Schwarz bescheinigte dem neuen LSVS-Präsidium eine große Motivation, die Probleme anzugehen. Sie verwies auf ein positives Gespräch des SLB-Präsidiums mit dem LSVS-Präsidenten Adrian Zöhler, das am 22. Oktober stattgefunden habe. Mitte Dezember finde eine Vorstandssitzung des LSVS statt, in der u.a. die Fachausschüsse (Finanzen, Struktur usw.) gebildet würden. Sie bedauerte die Entwicklung der Mensa, deren Qualität gelitten habe (u.a. Auswahl und Qualität des Essens,  kleinere Portionen, Service-Lücken). Es sei nach jüngsten Erfahrungen, z.B. beim DLV-Leichtathletik-Jugendtag, zu befürchten, dass externe Nutzer zukünftig fernblieben. Sie betonte, dass dies keinesfalls eine Kritik an der Arbeit des Personals darstelle, das die von außen auferlegten Sparsamkeitszwänge ausbaden müsse.

Rudi Pirrung (Vizepräsident Wettkampforganisation) erläuterte den Wettkampfkalender 2019 und die Zwänge, die zu einer Verdichtung von Meisterschaftsterminen vor den Sommerferien führten. Gottseidank würde die Ferienordnung ab 2020 eine etwas lockerere Termingestaltung erlauben.Er musste auch das Ende einer Traditionsveranstaltung verkünden. Der seit fast 60 Jahren existierende Vergleichskampf „Pokal der Freundschaft“ wird nicht mehr stattfinden. Nachdem die französische Seite nicht mehr teilnehmen möchte, sehen die verbliebenen Verbände in der Fortführung keinen Sinn mehr, zumal auch sie zunehmend Schwierigkeiten haben, ihre besten Athleten zur Teilnahme zu bewegen. Hintergrund für die französische Abstinenz ist die Umstrukturierung in Frankreich, in deren Verlauf die Region „Lorraine“ in der Region „Grand Est“ aufgegangen ist. Der dazu gehörende Leichtathletikverband LARGE besitzt nicht nur eine größere Fläche, sondern offenbar auch eine größere Distanz zur Tradition. Aus dem gleichen Grund wird auch die Hallenmeisterschaft der Großregion nicht mehr stattfinden. Als Ausgleich wird am 19. Januar 2019 in Luxemburg eine „Team-Challenge“ für U23, U20 und U18 durchgeführt. Für die Mannschaften der U16 und U14 wird ein Hallen-Wettkampf in Luxemburg angestrebt. Der bisherige Vergleichskampf der U18/U16 entfällt.

Zur Entwicklung im DLV merkte Lothar Altmeyer an, dass trotz erfolgreicher EM in Berlin mit einer Rekordzahl an Zuschauern ein Defizit den nationalen Verband belaste. Eine wesentliche Mitschuld trage dabei die 4,5-Mio.-Beteiligung an den Fernseh-Produktionskosten. Ein Teil des DLV-Haushaltsdefizits werde von den Landesverbänden getragen. Die Einführung einer einheitlichen Wettkampf-Software (SELTEC) für ganz Deutschland sei noch nicht abgeschlossen. Die weitere Digitalisierung sei wegen erheblicher Kosten und wegen ungeklärter Kostenbeteiligung auf Eis gelegt. Die Verbandsratssitzung am 23. November müsse noch in vielen Fragen Klarheit schaffen. Sehr positiv kommentierte er die Anerkennung Saarbrückens als Bundesstützpunkt. Bis Ende 2020 sei hier nicht nur der (erwartete) Stützpunkt „Sprung und Mehrkampf“ gesichert, sondern erfreulicherweise auch der Stützpunkt „Wurf“. Es bleibe nun abzuwarten, welche positiven Auswirkungen das habe.

Als weitere gute Nachricht vermeldete Lothar Altmeyer, dass die IKK ihren Sponsoring-Vertrag auf unbestimmte Zeit verlängert und eine Erhöhung der Unterstützung in Aussicht gestellt habe.

Monika Schwarz berichtete über die Arbeit des Deutschen Leichtathletik-Jugendtages, der vom 2. bis 4. November an der HNS stattgefunden habe. Die wichtigsten Ergebnisse der Projektarbeit werden in einem gesonderten Beitrag dargestellt.

Robert Meurer (Referent für das Lehrwesen) empfahl wärmstens die Leistungssportkonferenz (Schwerpunkt Nachwuchsleistungssport) am 1. Dezember mit dem Tagesreferenten Dominic Ullrich, der einerseits DLV-Vizepräsident Jugend sei, andererseits in seinem Hauptberuf an der Eliteschule des Sports in Frankfurt konzeptionell hervorragende Arbeit leiste. Ansonsten wies Robert Meurer auf die Kostenproblematik bei Lehrgängen und Fortbildungen an der Sportschule hin. Text/Fotos: Lutwin Jungmann