- Lutwin Jungmann

Verabschiedung von Laura Müller


Die Saar-Pfalz-Hallenmeisterschaften am 17. Januar in Saarbrücken boten einen geeigneten Rahmen, eine der erfolgreichsten Athletinnen des SLB vom Wettkampfsport offiziell zu verabschieden. Sprint-Ass Laura Müller hatte wenige Tag zuvor ihren Rücktritt vom Hochleistungssport bekanntgegeben. Das Präsidium des SLB, vertreten durch den Präsidenten Lothar Altmeyer und den Vizepräsidenten Raphael Schäfer, würdigte die herausragenden Erfolge und Verdienste der 30-Jährigen für die saarländische Leichtathletik.

Lothar Altmeyer ließ einige Höhen und auch Tiefen der Sportlerin Revue passieren. Zu den Höhepunkten ihrer Karriere zählen die beiden Einsätze bei den Olympischen Spielen in Rio 2016 und Tokio 2021. Ihre ersten internationalen Erfolge feierte sie als Jugendliche, als sie noch unter Trainer Franz-Josef Reinhard für die LSG Saarbrücken-Sulzbachtal startete. Über 400 Meter lief sie 2013 in das Finale der U20-EM und ein Jahr später auf Rang vier der U20-Weltmeisterschaften. Das Training übernahm dann Ulli Knapp bis er 2020 den SLB verließ, um Malaika Mihambo zu coachen. Als Mitglied des LC Rehlingen (bis 2020) und der 4x400-Meter-Nationalstaffel wurde Laura bei der EM 2016 Fünfte und bei der WM 2017 Sechste. 2018, bei der EM in Berlin, lief sie ins Finale über 200 Meter und wurde Achte.

Ihr Leistungsspektrum weist grandiose Bestzeiten auf. 100 Meter in 11,15 Sekunden (beim Pfingstsportfest 2019 in Rehlingen), 200 Meter in 22,65 Sekunden (als Deutsche Meisterin 2017 in Erfurt) und 400 Meter in 51,69 Sekunden (2016 in Mannheim). Neben den großartigen Momenten musste sie auch bittere Rückschläge hinnehmen. 2016 war sie bei den Deutschen Hallenmeisterschaften über 400 Meter siegreich, wurde aber kurz danach wegen Berührens der Linie disqualifiziert. 2017, ebenfalls bei der Hallen-DM, prallte sie nach einem Probestart mit einem Kameramann zusammen, lief die zweitbeste Vorlaufzeit, musste aber mit Schmerzen auf die Finalteilnahme verzichten. Bei den Weltmeisterschaften 2017 in London verhinderte das im DLV-Team grassierende Norovirus einen Start im Einzel über 400 Meter. Nachdem sie 2021 zum SV Saar 05 gewechselt war, erlebte sie 2023 das nächste Drama. Bei den Deutschen Meisterschaften in Kassel erlitt sie über 400 Meter in Führung liegend einen Achilles-Sehnenriss, der sie für ein Jahr von der Laufbahn verbannte. Danach, auch nach ihrem Wechsel zum TV Wattenscheid 01, kam sie nicht mehr richtig in Form. Nun hat sie nach reiflicher Überlegung die Wettkampfkarriere beendet. Es bleibt ihr Verdienst, über zehn Jahre lang die saarländische Leichtathletik mit außergewöhnlichen Erfolgen geprägt zu haben.

Laura Müller freute sich über die Ehrung und bedankte sich herzlich beim Saarländischen Leichtathletik-Bund für die jahrelange großartige Unterstützung.

Eine ausführliche Würdigung findet man auf www.leichtathletik.de.